Montag, 3. Januar 2011

Jahresrückblick II

Dieses Jahr beginne ich früh mit dem Bilanzziehen, dann muss ich das nicht mehr am Silvester reinwürgen und dann mir gegenüber ein schlechtes Gewissen haben, weil ich es sowieso nicht schaffe. Nun, es begann ein bisschen blöd, dieses Jahr. Zwar mit lustigen Gschpänli und Viergänger und Schämpis, aber halt auch mit der Grippe (nein, ich behaupte nicht mehr: Schweinegrippe. Das glaubte mir eh nie jemand).

Negative Bilanz:

1. Januar, ca. 00.30 Uhr: Tischbombe explodiert. Das heisst, sie fliegt einen halben Meter in die Luft und wirft halbvolle (man honoriere den Optimismus inmitten dieser Negativschlagzeilen) Sektgläser um und richtet ein Chaos an.
1. Januar, ganzer Tag: Mit der Grippe im Bett.
2. Januar, ganzer Tag: Mit der Grippe im Bett (Gerne würde ich - um Wiederholungen zu vermeiden - das Wort "Grippe" mit "Mads Mikkelsen" ersetzen, aber eben. Das Leben ist kein Wunschkonzert und kein Ponyhof und kein Biscuit usw.usf).
Nacht vom 2. Januar auf 3. Januar: Insomnia total. "Alice" (formerly known as Compi 2, ich habe das Jass-App ausgetauscht) jasst krass schlecht und "Gian" und "Monika" (ja, sie sehen so doof aus wie sie heissen) weisen insgesamt viermal vier Puure. Und Karen Duve muss in "Anständig essen" ihren Hund einschläfern. Kein Wunder, habe ich keine einzige Minute geschlafen letzte Nacht.
3. Januar, ca. 18 - 18.30 Uhr: Auf der Runde um den Block komme ich an drei Apotheken vorbei, die allesamt geschlossen sind. Dabei wollte ich brav ein homöopathisches Schlafmittel besorgen, damit ich nicht diese US-sleepgels mit unbekanntem Inhalt schlucken muss, weil: Noch eine Nacht verbringe ich nicht mit Alice und Grippe und totem Hund.



Und backen werd ich auch nicht mehr, und hiermit bin ich bei der

Gemischten Bilanz:

Mein Blutsverwandter und sein Lebensabschnittsgschpänli haben sich heute Morgen vermählt. Und zwar richtig schön trashig, mit Sekt aus Plastikbechern und Strohhüten wegen bevorstehender tour du monde und so. Man heulte Rotz und Wasser. Also ich vor allem. Mit so vielen Emotionen kann ich ja bekanntlich nicht umgehen und mit Abschieden schon gar nicht. Ein bisschen zur Erheiterung meines kindischen Herzens beigetragen hat dann aber der Umstand, dass ich mich bei der Standesbeamtin furchtbar unbeliebt machte, weil ich a) den Hochzeitsmarsch im Trauungszimmer ab Dockingstation abspielte, sie aber gleichzeitig die Fernbedienung ihrer Stereoanlage befingerte (ich war lauter), b) zusammen mit Muttern und Trauzeugin Reis herumwarf, also genau gesagt wars Risotto, und das ist scheints verboten (alle Arten von Reis) und c) Partyknaller aus dem Loeb verteilte, aus denen Mini-Papierschlangen hervorschossen, die jetzt vor dem Standesamt auf dem schmucken Pflastersteinplatz mit Mittelalterbrunnen liegen. Und das ist bestimmt verboten, nehm ich jetzt mal an. Hihi.
Mein Blutsverwandter, so erzählt man sich, wurde dann später am Flughafen bei der Passkontrolle erst mal festgenommen resp. zur Polizei geschleppt, weil er scheints eine Parkbusse nicht bezahlt haben soll. Der Legende nach hat er dann schampar viel Geld hinlegen müssen, um das Land trotzdem verlassen zu dürfen. Recherchen, ob diese Geschichte der Wahrheit entspricht, sind zurzeit nicht möglich, da sich Mann und Frau in der Luft befinden.



Unterm Strich:

Es war eigentlich ein gutes Jahr, dieses 2011.

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