Samstag, 11. Juni 2011

Un-Ort


Es gibt Orte, die sind nicht von dieser Welt. Diese Welt ist Bern mit all den Szenies und Normalos und Beizen, in denen man schon hundertmal gesessen hat und Thonbrötli, die man schon tausendmal gegessen hat.
Aber eben: Es gibt Orte, die sind nicht von dieser Welt, weil sie einen speziellen Groove haben. Gestern Nacht landete ich wieder mal an so einem Ort und war entzückt. Verzaubert. Verzückt.
An diesem Ort gab es eine Bar und ausserdem viel Mobiliar aus Holz, viele Leute, die in aufgeräumter Stimmung umherschwirrten, und traurige Musik aus einem Jackie-Chan-Film. Ich sass also da und schaute und hörte zu und dann kam der Kellner und fragte, willst du eine Pizza, ich sagte, ja gerne, obwohl ich gar keine Pizzas esse, und sie schmeckte phantastisch und dann sang noch jemand Louenesee und das ist ja ein gar schreckliches Lied, aber ich sang lauthals mit und schloss dann die Augen und überlegte mir: Wo bin ich? Mehr aus Gewohnheit schoss ich dieses Bildli, es mag Andeutungen auf die normale Welt machen, aber trotzdem: In Bern war ich nicht gestern Nacht. Sondern auf einem anderen Planeten, wo das Leben chaotisch und doch ruhig und warm und leicht ist.

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