Ich Laueri. Im Februar hab ich so ein Zeitungsfötzeli rausgelegt, auf dem stand, dass Jonathan Safran Foers Buch über Massentierhaltung und böse Fleischesser im Spätsommer herauskommt. Den ganzen Frühling über tauchte dieses Zetteli immer wieder auf, es war richtig mühsam, vor allem vor dem Mittagessen, und irgendwann war ich so verärgert, dass ich es im Kasten hinter meinem Arbeitsplatz einschloss resp. versteckte, ganz unten, dort wo Zeugs hinkommt, mit dem ich mich in ferner Zukunft zu beschäftigen gedenke, also nie.Und vergass es. Jetzt kommts raus, dieses Buch, und ich habe natürlich nichts darüber geschrieben, weil ich es nicht gelesen habe, weil ich es gar nicht besitze, weil ich es gar nicht bestellt habe.
So gehts. Dafür hat die wunderbare BW vom Tagi am Samstag eine Erklärung abgegeben, warum sie kein Fleisch isst und einmal mehr spricht sie mir soooo aus dem Herzen. Z.B.: "(...) die Diskussion langweilt mich. Fleisch existiert in meinem Leben nicht, ich denke so wenig darüber nach wie ein Nichtraucher über Zigaretten."
Jetzt wäre natürlich der Link angebracht, den ich auf tagesanzeiger.ch nicht finden kann, entweder bin ICH doof oder die vom Newsnetz, die nur den Artikel über "Tiere essen" - ja, ja, schon klar, vom Res Strehle - aufs Netz stellen. Hm.
Apropos Zigaretten und Essen: Sehr viel geraucht in den Ferien. Sehr viel gegessen in den Ferien.
Dieser lahme Übergang ist Übergang zu einem weiteren Stimmungskiller, der erst noch mit absolutem Nullwert für alle daherkommt, die nicht wie ich in St.Raph gehangen sind Anfang August: Jeden verfluchten Morgen der letzten Woche dachte ich, wie schön wäre es jetzt doch, zur Boulangerie zu schlurfen, zwei Croissants hinterenzujäten. Und dann zum Meer spazieren, mein Tüchli auf den Sand legen und vielleicht noch eine Zehe ins Wasser halten. Und zur Strandbar spienzlen, obwohl es doch erst ein Uhr Mittags ist. Und einen Satz in Patti Smith' "Just Kids" lesen und beschliessen, nö, zwar gut, passt jetzt aber überhaupt nicht. Und dann dem Kellner zuschauen, wie er den eiskalten Rosé ins Glas giesst und überlegen, was man eigentlich genau gegen Rosé einzuwenden hatte, früher, vor der Zeit am Meer. Und den Mistral der vergangenen Nacht verfluchen, weil das tolle Kristallglas kaputtgegangen ist, weil man es auf der Terrasse stehen liess. Und denken, wie schön das hier doch alles ist und warum nur reiste man die letzten zwanzig Jahre in den Norden? Und. Und. Und.
Ob dieser plötzlich und sehr überraschend aufgetauchten Zuneigung zum Süden bin ich etwas genervt, weil ich jetzt nicht mehr hinausschreien kann, dass ich Strand und alles, was südlich von London liegt zum Ferienmachen h.a.s.s.e.


Noch dies: Vor langer Zeit hing ein Blondie namens BB an der Côte d'Azur rum. In St.Trop wird ihr zurzeit gehuldigt. J'aime bien.

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